Monica Juneja
is participant at
ZKM Global Studies
Abstract
Die globale Kunstgeschichte und die “Bürde der Repräsentation”
Monica Juneja hat den ersten Lehrstuhl in der Bundesrepublik Deutschland für Globale Kunstgeschichte inne. Die neue Ausrichtung fragt nach reziproken Zuordnungen und Konfigurationen von Verwobenheit und zielt damit auf die Entgrenzung bestehender Gegenstandsbereiche. Die globale Kunstgeschichte konstituiert ihren Gegenstand auf einer Weise, die Grenzen nicht als festgegeben voraussetzt, sondern sie über die historische Logik der Mobilität von Künstlern, Objekten und Praktiken definiert. Das Fach setzt sich mit dem Wertekanon der Kunstgeschichte sowie mit ihren herkömmlichen Taxonomien auseinander und sucht die Grundlage für ein neues analytisches Raster, die es ermöglichen, über mehrere Kulturen in einer gemeinsamen, nichthierarchischen Sprache zu reden. Christliche Sujets habe eine lange Verflechtungsgeschichte mit der indischen Kunst. Das christliche Sakrament des letzten Abendmahls ist von vielen Künstlern aufgegriffen und übersetzt worden, etwa von dem heute im Exil lebenden Künstler Maqbool Fida Husain. Die visuelle Ökonomie der Moderne schafft hier neue Ambivalenzen: am Tisch sind statt 13 Personen vier Menschen und ein Kamel versammelt. Wer trägt hier die Last des Verrats?
